Einführung in die Gastronomie der Insel

Das Inselleben ist nicht selten durch Beschränkungen im täglichen Leben gekennzeichnet, vor allem in Bezug auf Nahrungsmittel, die dieses Stückchen Land bietet. In der Wahrnehmung der Inselbewohner trennt das Meer, das die Inseln umspült, nicht eine Insel von der anderen; vielmehr verbindet es sie, schenkt ihnen Leben und trägt alles Lebensnotwendige von einer Insel auf die andere, unabhängig davon, wie weit diese Inseln (oder Kontinente) voneinander entfernt sind. Das Meer muss sich keine Gedanken über Entfernungen machen, es ist einfach überall nur – das Meer.

Mit dem, was sie auf der Insel gefunden und was sie über all die Jahre auf die Insel gebracht hatten, bauten unsere Vorfahren über die Jahrtausende eine hedonistische Tradition auf, die sie seitdem eifersüchtig bewachen und von einer Generation auf die andere übertragen. Obst und Gemüse, Fleisch und Wild, Fisch und Meeresfrüchte... all das gewürzt mit aromatischen, mediterranen Gewürzen, mariniert und gesalzen, geräuchert oder gegart, über einer offenen Feuerstelle oder unter einer Bratenglocke gegrillt, serviert mit einheimischem Olivenöl, Wein und Grappa. Die Süße des Honigs, der Mandeln, Walnüsse, Rosinen, Feigen oder irgendeiner anderen Frucht braucht den Vergleich mit Festlandfrüchten nicht zu scheuen.

Der Vorteil der Inselernährung besteht in dem Desinteresse an der Welt und den Werten des globalen Marktes – auf den Tisch kommt, was soeben gepflückt, gefangen oder aus dem Meer gefischt wurde. Schon bald wird es soweit sein, dass die Supermark-Generation nicht mehr wissen wird, dass es Schonzeiten für Sardellen gibt; dass es eine Fangsaison für Kalamaris gibt; dass es im frühen Frühling weder junge Puffbohnen noch Spargel oder Radieschen gibt; sie werden auch nicht mehr wissen, wann die Saison der jungen Ziegen und Lämmer beginnt. Auch der Geschmack von gegrillten Fischen, die kurz vorher noch im Meer schwammen, der Geschmack von Tintenfisch unter der Bratglocke, der Geschmack von Johannisbrot, Smutica (Getränk, das zu 4/5 aus frisch gemolkener Ziegenmilch und 1/5 aus Rotwein besteht) oder echtem Prošek (Dessertwein aus Rosinen) wird ihnen nicht mehr bekannt sein.

Der Ausdruck «gesundes Essen» wird auf den Inseln weder mit Makrobiotik noch mit Vitaminpräparaten assoziiert, ebenso wenig mit Trockengewürzen aus der Tüte.
Gesund meint nicht mehr und nicht weniger als – natürlich und frisch: Salz, die Bura (Nordnordostwind), Rauch, selbst gepresstes Öl und Rotweinessig stellen die wichtigsten Konservierungsmittel dar.

Auf diesen Seiten werden Sie Beschreibungen und Rezepte von Gerichten finden, die von der Insel Hvar stammen. Probieren Sie diese und nehmen Sie ihren Geschmack mit, wenn Sie sich über das Meer aufmachen, um nach Hause zurück zu kehren. Wenn der Ausspruch « Der Mensch ist, was er isst» stimmt, werden Sie – sobald Sie einmal von dem gekostet haben, was Ihnen die Insel zu bieten hat – bestimmt Inselbewohner. Herzlich willkommen und guten Appetit!